Unser letztes Ziel direkt vor Augen sind wir am nächsten Tag
lange gefahren um schließlich in Pendleton kurz hinter Boise Station zu machen
und den Tag im Hamley Steakhouse bei Livemusik ausklingen zu lassen. Danach
waren es nur noch viereinhalb Stunden bis zu der Adresse, die uns Nate genannt
hatte.
Seiner Empfehlung folgend haben wir uns noch das Örtchen
Hood River angeschaut und sind dort in die Double Mountain Brewery eingekehrt.
Eine sehr witzige Kneipe, die ihr eigenes Bier braut. Und riesige Pizzen backt!
Der Ort ist für seinen Wind bekannt, der das ganze Jahr verlässlich über den
Fluss weht und dementsprechend bei Wind- und Kitesurfern beliebt.
Kurz drauf waren wir an der „furchteinflösenden Brücke“, wie sie Nate beschrieben hat. Die Nummer für die Schranke funktionierte, also haben wir’s riskiert und sind herzlich bei der Familie Davis aufgenommen worden.
Da wir wenig Zeit hatten, verzichteten wir auf die
Wanderung um den Mt. St. Helens. Statt dessen schauten wir uns die Umgebung an:
am ersten Tagen war „Tubing“ angesagt. Wir haben uns jeder einen aufblasbaren
Ring geschnappt, sind mit dem Wagen das Tal Flussaufwärts gefahren und dann
eine gute Stunde lang den Fluss herunter getrieben. Zu ärgerlich, dass ich
meine Kamera nicht gefunden hab, so entgehen euch leider ein paar sehr witzige
Bilder. Auf dem Fluss habe ich das erste Mal seit Monaten richtig entspannen
können. Es ist unglaublich erholsam sich einfach nur in dem Reifen hängen und
den Fluss runter treiben zu lassen.
Am Nachmittag haben wir dann noch Bier gebraut. Unglaublich:
ich muss aus der Fränkischen über 10'000 Kilometer reisen, um zum ersten Mal
beim Bierbrauen dabei sein zu können.
Zwei Tage später sind wir mit Nate und seiner Mutter zu den
Ape-Caves gefahren. Das sind Lavatunnel, wie ich sie bereits aus Réunion
kannte, nur größer, länger und älter und touristischer. Auf Réunion waren sie
keine 10 Jahre, hier eher 10'000 Jahre alt. Auf Réunion sind wir nach knapp
300m umgekehrt, weil’s zu bröselig wurde, hier sind wir 2 Meilen oberhalb
wieder ausgestiegen. Auf Réunion musste unser Insider eine Viertelstunde nach
dem Eingang suchen, hier gab’s nen großen Parkplatz und eine massive Treppe,
die in den Tunnel hinab führte.
Den Rückweg haben wir dann oberirdisch absolviert, was ich mindestens so beeindrucken fand, wie die Tunnel: rote(!) Blaubeeren, eine Strumpfbandnatter(?) und diverse Streifenhörnchen und Hamster in einer fast europäischen Vegetation, aber eben nur FAST europäisch...
Portland, Stadt der Brücken, haben wir uns an zwei Tagen angeschaut. Einmal sind
wir auf eigene Faust losgezogen, was
daraus bestand sinn- und ziellos durch die Stadt zu laufen. So findet man die
erstaunlichsten Plätze, wie zum Beispiel Voodoo-Donut, die vierzig bis hundert
verschiedene Sorten anbieten. Ich muss gestehen, dass ich von der Auswahl
überfordert war und die Entscheidung der Bedienung überließ. Zuerst dachte ich,
sie wollte mich verarschen, aber ich hab mir den ersten Happen tapfer erkämpft
und muss gestehen, dass ein Donut mit Kaffee-Zucker-Lasur und kross gebratenem
Bacon unerwartet gut schmeckt! Unsere zweite Tour führte uns etwas gezielter in
den Norden der Stadt, wo jeweils am letzten Donnerstag im Monat die Alberta
Street zwischen der 16. und der 30. Avenue für einen Künstlermarkt gesperrt.
Leider, leider, leider endete mit dem letzten Tag in Portland auch unsere Reise, um kurz vor sieben würde uns der Flieger über Atlanta nach Frankfurt bringen.
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