Mittwoch, 29. August 2012

Teton & Yellowstone


Nach einem mittellangen Fahrtag kamen wir nach Jackson. Hier hatten wir einen CS-Host angeschrieben, der sich leider erst nach unserer Abfahrt aus Jackson, Wyoming gemeldet hat. Er ist beim Teton Fire Department und hatte alle Hände voll mit dem Löschen von Waldbränden zu tun. So mussten wir leider auf Insider-Tipps verzichten und schlugen unser Zelt auf dem Gros Vendre Camping Platz auf.


Der Platz ist recht hübsch und man hat in dem lichten Wald viel Platz zum Nachbarn. 

Auch hier gibt es Bären, aber wir waren erstaunt, wie sehr sich die empfohlenen Verhaltensregeln von denen aus dem Yosemite unterscheiden: Essen ins Auto zu schließen sei hier kein Problem, dafür sollte man wirklich Alles wegschließen, auch Wasserflaschen! Außerdem solle man nicht versuchen den Bären zu verscheuchen, sondern sich lieber fern halten. Der uns am wahrscheinlichsten erscheinende Grund für die unterschiedlichen Tipps ist, dass es sich im Yosemite um Schwarzbären und hier nun um die deutlich größeren und aggressiveren aber wohl weniger cleveren Grizzlybären handelt.
Nachdem das Zelt stand, wir uns an dem Mitgebrachten halbwegs satt gegessen hatten und alles ordentlich im Wagen verstaut war, haben wir uns zu einem schönen Abendspaziergang zum Ufer des Gros Vendre Rivers aufgemacht.


Nach der ungewohnt kalten Nacht sind wir am nächsten Tag in den Norden des Parks aufgebrochen, um eine kleine Wanderung um den Emma Mathilda Lake zu machen. Auf der Hinfahrt bleiben wir noch in einer Herde Bisons stecken, die es gar nicht stört, dass wir auf sie warten müssen, während sie gemütlich über die Stotterpiste trotten.

 
Die Zufahrt zum Wanderparkplatz liegt gut versteckt mitten in einer Baustelle, sodass wir dort fast alleine sind. Am Beginn des Trails werden wir von einem Bärenwarnschild begrüßt, das einen etwas mulmigen Eindruck im Bauch hinterlässt. Dennoch wir brechen zu der Wanderung durch leicht hügelige Waldlandschaft auf und erfreuen uns an der ungewohnten Natur und der tollen Aussicht. Bären sehen wir keine, dafür ein Eichhörnchen, dass sich durch unsere Fotosession nicht vom Nüsseknabbern abhalten lässt, ein Pärchen Fischadler, das lautstark seinen Horst mit den Jungen verteidigt, etliche bunte Libellen, die um das Ufer schwirren, Grashüpfer, die überall laut knatternd durch die Luft springen/flattern/fliegen, Raben, die uns aus den Baumwipfeln zukrächzen und ein Auerhuhn, das nach Nahrung suchend durch den Wald stapft. Die beeindruckenden Berge des Teton waren wegen des Qualms von unzähligen Waldbränden in der weiteren Umgebung leider nur zu erahnen.
  

 


 Der Weg ist angenehm einsam, auf der 20 km Runde begegnen uns nur drei weitere Paare.
Ziemlich erschöpft kommen wir wieder am Auto an und werden von unserem leeren Tank zur nächstgelegenen Tankstelle gezwungen, die genau in der entgegengesetzten Richtung unseres Ziels liegt. Da wir anschließend keine Lust auf den Stau vor der Baustelle haben, den wir inzwischen zwei Mal durchgemacht haben, entscheiden wir uns für eine Route, die westlich um den Teton NP herum durch die Berge führt. Spät Abends kommen wir in Victor, Idaho an und bekommen mit sehr viel Glück das letzte Zimmer im Pines Motel / Guest Haus (man beachte die Schreibweise).
Eine sehr freundliche Dame empfängt nimmt uns auf, wir fühlen uns in dem sehr familiären Ambiente von Anfang an pudelwohl. Wir dürfen den Gasgrill im Garten benutzen, bekommen Koch- und Leuchtmittel gestellt und gehen im gegenüber gelegenen Supermarkt einkaufen. Es gibt marinierte Hühnerkeulen, lila Folienkartoffeln mit Knoblauch und Maiskolben.


Am Tag drauf war dann die Besichtigung des Yellowstone National Parks angesagt. Der gesamte Vulkanismus der Region ist wirklich sehr, sehr beeindruckend! Aber so überwältigend das Naturschauspiel ist, so überlaufen ist die Gegend, zumal wir sie an einem Wochenende in der Hochsaison erlebten. Da uns aber auch nicht nach großen Wanderungen war, haben wir beschlossen uns die volle Touri-Packung zu geben und dann möglichst schnell wieder zu verschwinden.
Durch den Westeingang ging es von Madison nach Süden weg, über das Lower und das Midway Geyer Basin, Old Faithful, und den West Thumb zum Mud Volcano und den Sulfur Caldron.

 
 
 
Aus unserem Plan noch dem Tipp der fast unbekannten heißen Quelle, den wir im Pines Motel bekamen nachzukommen, wurde leider nichts. Wir sind an dem Abend noch zwei Stunden gefahren und haben uns dann irgendein Motel am Straßenrand gesucht, wo wir hundemüde ins Bett gefallen sind.

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