“Krass” ist uns bei der Fahrt von Yosemite Valley zum Arches
National Park zum Standardbegriff geworden.
Unsere Route führte uns zunächst über den Tioga-Pass und dann südlich am Mono-Lake vorbei durch Kalifornien, einmal quer durch Nevada nach Utah.
Bevor wir aus dem Yosemite Valley, das mir in der Zeit
richtig ans Herz gewachsen war, aufbrachen sind wir mit Goerge noch klettern
gegangen. Wegen der ungewohnten „cleanen“ Kletterethik und der begrenzten Zeit
haben wir nur eine 5.7 vorgestiegen und eine 5.9 im Toprope gemacht. Es war auf
jeden Fall eine klasse Aktion, die allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat.
Erstaunlich aber wahr: der Yosemite National Park besteht
aus mehr als nur dem berühmten Tal. Auf dem Weg zum Tioga-Pass sahen wir viel
Wald auf den vom Urgletscher rund geschliffenen Bergkuppen.
Aus der Sierra Nevada kommend bot dann der Mono-Lake ein
komplett anderes Bild. Zum Tanken sind wir kurz noch nach Lee Vining rein gefahren,
hier ist der Westen noch der Westen. Die Weite der Landschaft, die hinter uns
von den Bergen und vor uns nur vom Horizont begrenzt war, erschien uns
fremdartig und beeindruckend. Immer
wieder hielten wir an, um uns umzuschauen, zu staunen und zu versuchen das Gesehene
festzuhalten.
Zwischen drin gab es noch eine sehr lustige Straße, an der
vor „Dips“ gewarnt wurde. Katha beschrieb das mit „Wilde Maus“. Der Asphalt war
einfach auf die kleinhügelige Landschaft gepflastert und nahm jede noch so
kleine Welle mit. Den Tempomat auf die erlaubten 60 mph eingestellt und los
ging die Achterbahnfahrt :-D
Das nächste krasse, das uns in Erinnerung blieb waren die
endlosen Straßen in der Steppe von Nevada. Von einem Ende des Horizonts bis ans
Andere wird die verdorrte Graslandschaft nur von einer schnurgeraden Straße und
einer ebenso geraden Linie von Strommasten und Zäunen durchschnitten. Nach 12
Meilen kommt dann eine Kurve, vor der mit Tempolimit und jeweils zwei Schildern
gewarnt wird, damit man nicht einfach geradeaus weiter fährt.
Geschlafen haben wird in Ely in einem typischen Straßen
Motel. Ein großes Schild über dem Rezeptionshäuschen warb mit WLAN und sauberen
Zimmern. Da es schon spät war und wir müde und teils neugierig waren und
dringend mal wieder eine gescheite Dusche brauchten haben wir eingecheckt. Auf
Nachfrage hatten wir Internetanbindung und sauber waren die Zimmer auch.
Ansonsten war es die Erfahrung auf jeden Fall wert ;-)
Am Samstag haben wir das erste Mal auf dieser Reise
ausgeschlafen und bis kurz vor 10 noch im Zimmer gehockt und den
Internetanschluss genutzt. Danach ging es weiter durch Nevadas schier
unendliche, gerade Überlandstraßen vorbei an vielen verrostenden,
landwirtschaftlichen Geräten und verfallenden Hütten und Häusern. Die meisten
Häuser sahen wir wohl nicht, denn das einzige, was auf deren Existenz hinwies
war eine Sammlung von Briefkästen am Straßenrand und eine Schotterpiste die
scheinbar ins Nirgendwo führte.



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