Dienstag, 21. August 2012

Krasse Fahrt


“Krass” ist uns bei der Fahrt von Yosemite Valley zum Arches National Park zum Standardbegriff geworden.

Unsere Route führte uns zunächst über den Tioga-Pass und dann südlich am Mono-Lake vorbei durch Kalifornien, einmal quer durch Nevada nach Utah.


Bevor wir aus dem Yosemite Valley, das mir in der Zeit richtig ans Herz gewachsen war, aufbrachen sind wir mit Goerge noch klettern gegangen. Wegen der ungewohnten „cleanen“ Kletterethik und der begrenzten Zeit haben wir nur eine 5.7 vorgestiegen und eine 5.9 im Toprope gemacht. Es war auf jeden Fall eine klasse Aktion, die allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat.


Erstaunlich aber wahr: der Yosemite National Park besteht aus mehr als nur dem berühmten Tal. Auf dem Weg zum Tioga-Pass sahen wir viel Wald auf den vom Urgletscher rund geschliffenen Bergkuppen.
Aus der Sierra Nevada kommend bot dann der Mono-Lake ein komplett anderes Bild. Zum Tanken sind wir kurz noch nach Lee Vining rein gefahren, hier ist der Westen noch der Westen. Die Weite der Landschaft, die hinter uns von den Bergen und vor uns nur vom Horizont begrenzt war, erschien uns fremdartig und beeindruckend.  Immer wieder hielten wir an, um uns umzuschauen, zu staunen und zu versuchen das Gesehene festzuhalten.

Zwischen drin gab es noch eine sehr lustige Straße, an der vor „Dips“ gewarnt wurde. Katha beschrieb das mit „Wilde Maus“. Der Asphalt war einfach auf die kleinhügelige Landschaft gepflastert und nahm jede noch so kleine Welle mit. Den Tempomat auf die erlaubten 60 mph eingestellt und los ging die Achterbahnfahrt :-D

Das nächste krasse, das uns in Erinnerung blieb waren die endlosen Straßen in der Steppe von Nevada. Von einem Ende des Horizonts bis ans Andere wird die verdorrte Graslandschaft nur von einer schnurgeraden Straße und einer ebenso geraden Linie von Strommasten und Zäunen durchschnitten. Nach 12 Meilen kommt dann eine Kurve, vor der mit Tempolimit und jeweils zwei Schildern gewarnt wird, damit man nicht einfach geradeaus weiter fährt.
Geschlafen haben wird in Ely in einem typischen Straßen Motel. Ein großes Schild über dem Rezeptionshäuschen warb mit WLAN und sauberen Zimmern. Da es schon spät war und wir müde und teils neugierig waren und dringend mal wieder eine gescheite Dusche brauchten haben wir eingecheckt. Auf Nachfrage hatten wir Internetanbindung und sauber waren die Zimmer auch. Ansonsten war es die Erfahrung auf jeden Fall wert ;-)

Am Samstag haben wir das erste Mal auf dieser Reise ausgeschlafen und bis kurz vor 10 noch im Zimmer gehockt und den Internetanschluss genutzt. Danach ging es weiter durch Nevadas schier unendliche, gerade Überlandstraßen vorbei an vielen verrostenden, landwirtschaftlichen Geräten und verfallenden Hütten und Häusern. Die meisten Häuser sahen wir wohl nicht, denn das einzige, was auf deren Existenz hinwies war eine Sammlung von Briefkästen am Straßenrand und eine Schotterpiste die scheinbar ins Nirgendwo führte.

Erstaunlich genug, dass selbst Nevada Grenzen hat und gegen Mittag konnten wir diese inklusive der Zeitzonengrenze überqueren. Kurz darauf wurde es richtig spannend. Wir lassen jetzt Bilder sprechen, auch wenn diese nur ein müder Abklatsch von dem sind, was dort zu sehen ist.




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